Bei Instagram gesperrt – meine kurze Reise zu den Schönen im Microblog

„Instagram ist ein werbefinanzierter Onlinedienst zum Teilen von Fotos und Videos…“ – weiß so ziemlich jeder, der sich im Bereich Onlinedienste oder Social Media tummelt. Instagram hatte mich jedoch bislang nicht angesprochen. Ich dachte immer, das ist doch eh nur etwas für die selbstdarstellerischen Schönen oder die, die sich dafür halten.

Aber ich hatte aus alten Tagen irgendwo einen Account schlummern, denn als PR-Berater gehört es auch zu meinen Aufgaben, etwaige Kunden-Accounts bei Instagram in Recherchen, Strategien oder Beratungen einzubeziehen. Und die kann man nur einsehen, wenn man selbst einen Zugang besitzt. Nur Bilder gab es bei mir bis dato nicht zu sehen. Aber ein paar Follower hatte ich schon – warum auch immer 😉

Nun ist mir vor ein paar Tagen in den Sinn gekommen, sachbezogene Bilder bei Instagram zu Posten. Ihr wisst schon: Zeug, das weder zu sehr den eigenen Lebensinhalt widerspiegelt, noch zu intim oder zu persönlich erscheint. Also postete ich Bilder von Oldtimern, die ich auf diversen Treffen in Szene gesetzt habe (keine Autokennzeichen sichtbar, meist eh nur „Ausschnitte“ der chromlastigen Partien) oder von meinen diversen Motorrädern, die mich über die Jahre in meiner Freizeit begleitet haben. Und ich postete Bilder von meinem Dienst als Feuerwehrler (hier eine alte Feuerlöschpumpe, dort unsere neue „Persönliche Schutzausrüstung“ PSA). Auch hierzu nie Fotos, die in irgendeiner Weise irgendwelche Persönlichkeitsrechte verletzen können oder jemand anderen abbilden.

Collage mehrerer Bilder, die bei Instagram hochgeladen wurden
Solche Fotos darf ich nicht bei Instagram posten – warum auch immer

Nach einem Upload von ein paar der genannten Bilder kamen bereits die ersten Likes; schön fand ich sofort, dass die Motive offensichtlich den Geschmack ein paar anderer User trafen. Sowas freut ja. Die Betonung liegt hier nun aber auf „trafen“, denn kaum waren die ersten Bilder online und die Likes sichtbar, wurde ich automatisch aus der Instagram-App ausgesperrt.

Screenshot Fehlermeldung Instagram
Nach der Zwangsabmeldung bei Instagram kam die Meldung

Verletzung der Nutzungsbedingungen? Womit? Wodurch? Wen habe ich wie genau verletzt? Die angesprochenen Nutzungsbedingungen gaben keine konkrete Auflösung, denn alles, was dort geschrieben steht, traf auf mich und meinen Account nicht im geringsten zu.

Ich begab mich also auf die Suche nach den möglichen Hintergründen und stieß im Internet auf mehrere Beiträge von potenziellen Leidensgenossen. Das Internet ist voll von Hilferufen à la „Hilfe, mein Instagramm Account wurde gesperrt!“, „Instagram sperrt meinen Zugang. Was tun?“ oder „Wie kann ich Instagram entsperren?“. Exemplarisch sei hier der Blogbeitrag von „Pastellrose“ genannt, der mein Problem im Grunde 1:1 wiedergab. Also tat ich, wie befohlen: Ich übermittelte per Eingabeformular einen Code, den ich per E-Mail bekommen hatte, an Instagram – eigentlich an Facebook, denn sämtliche folgende Kommunikation erfolgte durch die Sicherheits(Roboter?) bei Facebook (weil Instagram ja leider ein Produkt des Datenkraken ist). Eine Instagram-Hotline oder einen Instagram-Service gibt es im klassischen Sinn nicht. Alles läuft über kryptische Mailadressen. Alles Bots.

Die Gedanken, Zweifel, Sorgen, die „Pastellrose“ in ihrem Blog beschreibt, kann ich übrigens gut nachvollziehen. Ich war mir keinerlei Schuld bewusst, wurde aber wie ein „Soziale-Medien-Verbrecher“ behandelt, dachte ich so. Aber die Sperrnachricht sagte auch aus, dass nach Zusendung des Codes die Bearbeitung/Sichtung erfolgt und ich innerhalb von 24 Stunden wieder online sei. Juhuu…

Rund 24 Stunden später erhielt ich die Rückmeldung, dass die Prüfung des Vorgangs abgeschlossen sei. Aber: ich muss mich zum Affen machen. Diesmal wollten die Herrschaften, dass ich ein Selfie von mir anfertige, einen Zettel in BEIDEN Händen haltend, auf dem ein weiterer Code sowie mein Name und der Nutzername steht. Zunächst dachte ich so bei mir an den mittleren meiner fünf Finger der rechten Hand, aber was soll’s: Für den Frieden und die Teilnahme am digitalen Geschehen…hoffentlich wird das Bild nie in Russland auftauchen, wie einst angeblich die Face-App-Resultate von Millionen von Usern.

Gesagt, getan: Ich mailte dieses sehr lächerlich anmutende Selfie an Facebook, allerdings nicht ohne die beigefügte Frage, was denn nun eigentlich der Grund für meine Sperre sei. Wieder hörte ich über den Zeitraum von 24 Stunden nichts. Keine Zwischennachricht, keine Antwort auf meine Frage, nichts. Dann heute Morgen die Wende: Im Posteingang die schlicht verfasste und in Englisch gehaltene Nachricht vom Facebook-Roboter – äh, Facebook Service: Mein Account ist wieder freigeschaltet. Und übrigens „sorry wegen der Umstände“. „Instagramentsperrung“ auf die nüchterne Art.

Schnell den Account per Instagram-App aufgerufen, und tatsächlich. Alles noch da. Bilder, Follower, Likes – alles vorhanden. Ok, dachte ich – jetzt poste ich vielleicht mal nicht mehr mehrere Bilder am Tag. Nicht, dass das als Spam aufgefasst wurde. Ich schaute mir in Ruhe neue Likes an, blätterte durch meine Bilder und: wurde abermals ausgesperrt.

Textmeldung Instagram Account gesperrt
Wieder dieser schnöde Textbaustein: Du kommst hier nicht mehr rein.

Was ist denn jetzt los? Was habe ich denn schon wieder falsch gemacht? Vorsichtshalber rief ich den Webbrowser auf und versuchte dort einen Login:

Instagram Sperrmeldung im Webbrowser
Auch im Webbrowser: kein Zutritt, weder unter noch über 18 Jahre

Was jetzt folgen sollte, war die übliche, bekannte und nervende Prozedur: Code zumailen, Code mit lächerlichem Selfie einreichen. Aber wisst Ihr was, Instagram: Ich denke gerade ganz arg an den mittleren meiner fünf Finger der rechten Hand und bleibe draußen. Instagram ist mir zu, na sagen wir mal – sensibel. Algorithmen sind ja etwas grundsätzlich Spannendes. Aber das geht echt zu weit. In diesem Sinne: Gute Nacht!

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