Ohne Zutun: Raus aus dem Highspeed-Netz von Vodafone

Der Kauf eines Tablets wird dadurch gekrönt, dass man es – sofern technisch möglich – mit einer SIM-Karte ausstattet, in meinem Fall mit einer Prepaid-Version aus dem Hause Vodafone.

So geschehen vor etwas mehr als einem Jahr. Bestellt wurde von mir eine Vodafone Prepaid-Karte ohne Schnickschnack, ohne Knebel, ohne Fallstricke und doppelten Boden. Bekommen habe ich seinerzeit eine Karte mit einem wilden, unverständlichen Vodafone LTE FLAT-Angebot…also doch Schnickschnack.

Flyer Vodafone
Vodafone Angebot

Bestandteil dieser „Aktion“ war es, dass man praktisch gleich mal 9,99 Euro von seinem Prepaid-Guthaben für eine Funktion abzweigen muss, die man nicht braucht. Denn: Das Tab liegt zeitlebens auf meinem Wohnzimmertisch. Für schnelle Recherchen. Für das besonders von der Dame des Hauses geliebte Wimmelbild-Spiel. Für die Bestellung beim Griechen, wenn man keinen Bock auf Kochen hat. Mei, Ihr kennt das doch. Ich wollte also nur eine Prepaid, um erreichbar zu sein, oder ein eventuell ausgefallenes WLAN kompensieren. Statt dessen dieser „vertragslose Vertrag“? Ist das „Kontrolle behalten“, wie Vodafone propagiert?

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Was tat ich also? Ich rief die Vodafone Hotline an und fragte, warum ich dieses LTE-Angebot mehr oder weniger aufgezwungen bekomme. Ich brauche das nicht, ich möchte das nicht – und die erste Aufladung werde ich sicher nicht mal in einem Jahr „abtelefonieren“. Der freundliche Herr mit nettem indischen Akzent versprach mir, die Option zu deaktivieren und mir 5 Euro kulanterweise gutzuschreiben. Gesagt, getan. Die 5 Euro wurden durch Vodafone der Prepaid SIM-Karte zugeführt und das Tab, der Vodafone CallYa Tarif und ich lebten in ruhiger, entspannter Harmonie.

Heute plötzlich am Morgen der Schreckensmoment, der meine Liebe zu Vodafone ins Wanken brachte: Das Tab findet keine Mobilfunkverbindung. Fehler im System? Störung? Ich versuchte also, mein Tablet anzurufen, um zu sehen, was die Ansage so von sich gibt. Und siehe da: „Die von Ihnen gewählte Rufnummer ist nicht vergeben“. Watt?

Was war passiert? Was habe ich getan? Was ist mit meinem Restguthaben? Ein Anruf bei der Vodafone Hotline sollte Klarheit schaffen. Denn ich wollte sie ja immer noch, meine „Vorteile mit CallYa“ – vor allem Kostenkontrolle 😉 und KEINE VERTRAGSBINDUNG oder Mindestlaufzeit.

 

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Vorteile? Für wen?

 

Die Dame am anderen Ende der Leitung wusste schnell, was der Grund für meine fehlende Verbindung ist: „Die SIM-Karte wurde gestern gesperrt!“ Das sagte sie so locker wie „Ich habe heute keine Lust auf Arbeit“ oder so. Also völlig desinteressiert. Warum sollte sie das auch interessieren? Meine Theorie: Ich bin ja „nur“ einer dieser Prepaid-Kunden. Pffft, was will ich denn überhaupt?!

Naja, ganz so leicht hat man es mit mir dann doch nicht. Denn ich fragte natürlich nach, wie Vodafone dazu kommt, mir einfach so

  • den Saft abzudrehen
  • mich nicht darüber in Kenntnis zu setzen
  • mein Guthaben einfach so „einzubehalten“
  • und überhaupt und sowieso

Die lapidar vorgetragene Antwort (nahezu Wortlaut): „Sie telefonieren zu wenig!“ Ich fragte, ob es das Geschäftsgebaren von Vodafone sei, Kunden dazu zu zwingen, kostenpflichtige Telefonate mit einer CallYa Karte zu führen oder SMS zu versenden (was ich übrigens unregelmäßig mache). Die ebenfalls knapp formulierte Antwort seitens der Vodafone Callcenter-Dame (Wortlaut): „Wir zwingen Sie doch nicht!“. Ach nein? Wenn ich eine Weile mein Guthaben auf der Vodafone CallYa Karte nicht dezimiere, dann wird die Karte halt gesperrt. Das ist kein Zwang? Was ist dann eine „Freikarte“ in den Augen Vodafones? Ohne Vertragslaufzeit? Hm?

 

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Freikarte – zu schön, um…

 

Ich verstehe also mal kurz die Welt nicht mehr, und alles, was ich an Folgeantworten bekam, tendiert in Richtung „Füll halt das Guthaben auf“, „Telefoniere halt mehr“, „Stiehl mir nicht meine Zeit, blöder Prepaid-Kunde“ (ok, letztere Aussage entstammt meiner Fantasie, aber so kam’s rüber) und „Das die regelmäßig benutzt werden muss, wissen Sie doch.“ Nein, woher denn? „Das steht auf unserer Website“. Mag sein – aber für mich gilt, was auf dem Angebot (siehe oben) steht. Und da ist von ganz anderen Voraussetzungen und Bedingungen die Rede.

Angeblich, so sagte mir die Dame, hätte ich eine SMS mit der Ankündigung der Sperrung bekommen. NEIN, liebe Vodafone, habe ich NICHT. Bitte keine solchen plumpen Schutzbehauptungen, denn das grenzt langsam an das berühmte „für Dumm verkaufen“.

Ich konnte noch anbringen, dass ich wegen meines Guthabens rechtlich vorgehen werde, denn das ist in meinen Augen Unterschlagung, was Vodafone da praktiziert. Allerdings trat dann die säuselnde Callcenter-Mitarbeiterin auf den Plan: „Ich schalte die Karte jetzt frei!“. In Gottes Namen hätte eigentlich noch gefehlt.

Aber liebe Frau „gestammelter, unverständlicher Name“: Es geht gar nicht um das Restguthaben, das mir jetzt gnädigst doch wieder verfügbar gemacht wird. Es geht auch nicht um den Hinweis, dass eine SIM-Karte zum Telefonieren da ist. Es geht um Kundendienst, Kundenfreundlichkeit, Sachverstand und Kommunikation.

 

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Power to yo? Nee, not to me. To wem auch immer…

 

Vodafone – Power for you. Ja, diese Kraft würde ich gerne spüren, erleben. Aber statt eines Kundenerlebnisses, wie es in jedem Marketing-Seminar gepredigt wird, präsentiert Ihr Euren „Kunden zweiter Klasse“, wie ich uns Prepaidler jetzt mal nenne, nur die Kehrseite des Glamours, der durch Flyer, Fernsehwerbung und bunte Webauftritte auf uns niederregnet.

Ich bin froh, dass mein Handy-Mobilfunkvertrag bei der Telekom / T-Mobile abgeschlossen wurde. Hier ist zwar auch nicht alles Gold, aber es glänzt auf beiden Seiten der Medaille. Die Sache ist übrigens gerade ein Twitter-Geplänkel

Gute Nacht!

 

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