PayPal, BillSAFE – ein Drama in mehreren Akten

Wie schön wäre die Welt, wenn sich jeder an ein paar Regeln halten würde. Du bezahlst, wenn du etwas kaufst. Du bezahlst nicht, wenn du es nicht kaufst.

Dies sollte auch das Prinzip beim Onlineshopping sein: Ich erhalte Ware, und wenn diese meinen Vorstellungen entspricht, bezahle ich sie. Ist sie nicht das, was mir versprochen wurde, schicke ich sie zurück und alles ist gut. Ok – man kann sich darüber streiten, ob es „fair“ ist, einem Onlinehändler allein die Kosten für Zu- und Rücksendung zu überlassen. Aber wenn dieser das aus Wettbewerbsgründen schon anbietet, dann greifen wir natürlich zu. Kauf ganz ohne Risiko. So – bis hier hin alles fein. Und was hat jetzt PayPal bzw. BillSAFE damit zu tun? Dazu zwei wahre Geschichten.

Teil 1: Was interessiert PayPal das Geschwätz des Verkäufers?

Auf der Suche nach Zubehör für ihren Computer stieß meine Frau auf einen Onlineshop, der entsprechende Peripherie anbot – und dies zu einem fairen Preis. Wir unterstützen den stationären Einzelhandel, keine Frage. Aber was es vor Ort nun mal nicht gibt, müssen wir notgedrungen online recherchieren und kaufen.

So kaufte man besagtes Zubehör und wählte als Zahlungsmittel die Option „Zahlung per PayPal“. Gut, dass man solch ein Konto überhaupt noch hat(te); es war ein Relikt aus Zeiten von eBay, als es dort noch einigermaßen fair und unterhaltsam zuging. Aber zurück zur Zahlungsweise PayPal: Soweit war alles gut, der Kaufpreis wurde bestätigt und es kam die Auftragsbestätigung vom Verkäufer. Was dort stand, war weniger erheiternd: Lieferzeit entgegen der „Verfügbar“ Aussage im Shop: +3 Wochen. Nein, das wollten wir so nicht. Nachfrage beim Verkäufer ergab, dass im Onlineshop irrtümlich eine Verfügbarkeit des Teiles ausgewiesen war, dieses allerdings erst in den Staaten bestellt werden müsste. Also stornierten wir die Bestellung und erhielten vom Verkäufer den Hinweis, dass wir der Lastschrift durch PayPal widersprechen sollten, damit keinerlei Gebühren fällig würden. Gebühren? Wie bitte? Für wen? Aber egal – gesagt wie befohlen, woanders bestellt, alles gut.

Die große Keule vom mächtigen Zahlungsanbieter

Tage später, die „Ersatzlieferung“ war längst verbaut und bezahlt, flatterte per E-Mail eine Mahnung von PayPal mit

  • unfreundlichem Tonfall
  • Wortwahl scharf an der Grenze der Nötigung / Erpressung
  • Mahnzuschlägen, die sich gewaschen haben

ins Postfach. Was war passiert? Ich rief also bei PayPal an und erfuhr – nichts! Gar nichts, denn ich war nicht der Vertragspartner. Meine Frau hat schließlich seinerzeit bestellt, und überhaupt: „…das geht Sie nichts an!“. Nicht? Einen Mann geht es nichts an, wenn seiner Frau derlei Post ins virtuelle Haus flattert? Mein Versuch, den gesamten Sachverhalt aufzudröseln, zu erläutern, scheiterte an der Beharrlichkeit der Dame am Telefon.

Also rief später abends meine Frau dort an, musste – wie soll es anders sein, sich durch Instanzen bis zur „richtigen“ Stelle durchfragen und die komplette Story erklären. Mit dem Resultat: Wieder nichts. Kein Abweichen vom PayPal-Kurs. Sinngemäß wurde mitgeteilt: „Sie haben bestellt, Sie bezahlen! Klären Sie das doch mit dem Verkäufer. Erst wenn DER das von uns bezahlte Geld zurück überweist, sind Sie raus aus der Verpflichtung!“ Die Erwiderung meiner Frau, dass aber der Auftrag sofort storniert wurde, und dass somit niemals ein Kaufvertrag zustande kam, interessierte nicht. Bauchschmerzen, Dilemma. Was tun?

Vor Jahren hätte ich darüber gelacht, hätte mich zurückgelehnt und gesagt: „Soll’n sie doch. Soll’n sie doch versuchen, das durchzudrücken. Aber man wird mit dem Alter der Zeit müde. Keine Lust auf Keilerei. Also ruhig und gelassen den Verkäufer kontaktieren. Der wiederum versprach umgehend, dass das geregelt würde. Die Buchhaltung braucht noch etwas, aber wird schon. Von wegen.

Tage später die nächste E-Mail vom freundlichen Zahlungsanbieter mit dem sinngemäßen Wortlaut: „Du hast immer noch nicht bezahlt. Wir werden nun ungemütlich!“. Wieder Anruf beim Zahlungsdienstleister, wieder Story, wieder kein Verständnis. Nein, das Geld wurde von PayPal an den Verkäufer bezahlt und Schuldner gegenüber PayPal ist nun meine Frau. Basta!

Einige Telefonate später, sowohl beim Onlinehändler als auch bei PayPal, kam dann Bewegung in die Sache. Irgendwie hat es der Händler doch geschafft, den Betrag an PayPal zurück zu buchen. Alles fein nun – denkste! Da sind ja Mahngebühren, die mal eben von meiner Frau verlangt wurden. DIE sind NICHT entrichtet, die Sache längst nicht erledigt. Nun wurde die sonst so friedliche Gattin sauer – und dies machte sie auch sehr deutlich. Zudem bestand sie darauf, dass nach Abschluss dieser „Sache“ ihr PayPal-Konto komplett gelöscht wird. Das war’s für uns mit diesem Anbieter. Einige Recherchen im Internet ergaben übrigens, dass es in dieser Leidensgeschichte einige Leidensgenossen gibt. Einfach mal die Suchmaschine betätigen… Nie wieder PayPal.

Teil 2: Du kommst mir nicht aus! PayPal is BillSAFE is Hell!? 

Nie wieder? Von wegen. Vor wenigen Tagen war ich es, der auf OnlineShopping-Streifzügen auf einen Shop stieß, der ein für mein kleines Heimbüro nötiges Utensil vorrätig hatte. Tonerkartuschen für meinen ollen geliebten Lexmark. Guter Preis – ah, weil Refill-Ware. Ich hatte Bedenken, aber man soll ja nicht alles verteufeln. Schon gar nicht, wenn vier Kartuschen soviel kosten wie eine Originale. Verflucht – hätte ich doch auf meine Zweifel gehört. Aber ok. Für gut befunden, gekauft und bezahlt. Es wurde angeboten: Vorkasse, Kreditkarte und Rechnung. Rechnung ist super, da zahlt man nicht vorab für etwas, was man hinterher nicht bekommt oder gebrauchen kann – dachte ich.

Die Tage vergingen, der Toner kam und enttäuschte auf ganzer Linie. Das Gemeckere meines Druckers, Magenta und Yellow wäre am Ende, unterband ich mit der Zuführung der frisch eingetroffenen Refills. Um es kurz zu machen: Höre auf all die Gegner von Refill-Kartuschen oder guck wenigstens mal auf mögliche Nachteile! Es ist und bleibt Gefrickel! Das Druckbild war SCHLECHTER als mit meinen leeren Kartuschen, wirklich wahr. Also Toner raus, verpackt, verschnürt, Verkäufer kontaktiert. Dieser verwies auf eine Webseite, auf der ich auf seine Kosten ein Rücksendelabel von DHL ausdrucken konnte. Netter Service vom Versender, wirklich.

Das Paket ging also zur Post und alles war gut. Naja, war’s nicht, sonst würde ich diese Zeilen nicht schreiben. Knapp zwei Wochen später bekam ich eine E-Mail von einer Firma „BillSAFE“. Wer ist das? Was wollen die? Nun – die wollen Geld. Und zwar

  • den Kaufpreis der seinerzeit bestellten aber zurück gesandten Toner
  • einen saftigen Mahnkostenzuschlag

Hä? Was ist denn da los, dachte ich mir. Man könnte meinen, ich lese hier ne Mail von PayPal. Tataaa – Überraschung: Tust du auch, Sascha. BillSAFE ist PayPal. Nett, was?

Also bei BillSAFE angerufen. Wortlaut (wieder sinngemäß, aber sachlich korrekt): „Sie müssen die Rechnung begleichen. Ob Sie die Ware zurückgeschickt haben oder nicht, interessiert uns nicht. Wir sehen hier nur eine offene Forderung!“

Ich schickte per E-Mail die Auftragsnummer und Sendungsnummer und noch hinterher einen Screenshot des Zustellungsnachweises an BillSAFE in der Hoffnung, dass diese auf einen Blick sehen, was Sache ist, und die Menschen bei BillSAFE ggf. den Onlineshop kontaktieren zweck Klärung. Nö, es kam diese automatisch generierte Antwort, ich solle mich bei allen Fragen an den Verkäufer wenden. Gesagt, getan. Die Dame beim Onlinehändler sagte mir, sie hätten meinen Auftrag eigentlich bereits abgeschlossen, da die Ware im Hause sei. Meine Frage, warum dies noch nicht zu BillSAFE aka. PayPal durchgedrungen sei, beantwortete sie mit einem gefühlten Achselzucken, versprach aber, dort Bescheid zu geben.

Schweigen im Walde und Warten auf Godot!

Kurz darauf bekam ich vom Onlinehändler „zur Sicherheit“ eine Rechnungskorrektur per E-Mail, die ich postwendend an BillSAFE sandte, in der Hoffnung, so eine erlösende Antwort zu bekommen – nach dem Motto: Ok, alles gut. Sorry. Man wird ja mal poltern dürfen.“ Pustekuchen! (für alle, die nicht wissen, was ein Pustekuchen ist: Bitte sehr, hier ist die Erklärung.). Ich habe KEINE Antwort, keine Entschuldigung, nichts dergleichen bekommen. Allerdings habe ich das dumpfe Gefühl, dass die Story damit noch nicht am Ende angelangt ist. Ich habe da so eine Ahnung…vor allem, weil auch dieses Erlebnis in mehreren Internetforen identisch ein Aufreger ist. Ich will gar nicht von Methode sprechen, aber auffällig ist, dass so viele Menschen schlechte Erfahrungen mit den beiden Saftläden Anbietern haben. Und auch über „Zwangspaypalisierung„,  unrechtmäßig eingefrorene PayPal-Konten, horrende Gebühren bei Transfers, oder mangelhafte Erläuterung, was es mit dem Käuferschutz bei PayPal eigentlich im Kleingedruckten auf sich hat, und so weiter und so fort…

Abschließend bleibt uns als Verbraucher nur eine klare Erkenntnis: Mehr stationärer Einzelhandel oder alles, nur kein PayPal / BillSAFE. Und eine kleine Hoffnung: „Das Ende von PayPal?“

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